Preisprognosen durch Agripreis

Future & Forward in der Landwirtschaft – Was ist das?

Vorab ist ein Future grundlegend ein Vertrag zwischen zwei Parteien. Ein sogenannter Broker ist bei dem Future Handel dazwischengeschaltet – auch Börse oder Clearinghouse genannt. Wenn ein Future gehandelt wird, ist dieser für eine der beiden Parteien verbindlich. Der Future sagt aus, zu welchem Zeitpunkt, welche Menge eines Erzeugnisses an welchem Ort geliefert wird und welchen Preis dieser zu diesem Zeitpunkt hat. Durch diese Standards ist es erst möglich Preise abzusichern und zukünftige Verträge, wie den Future klar zu definieren. Bei den Futures gibt es verschiedene Typen – Ein Forward ist im Vergleich zu einem Future, gar nicht so unterschiedlich. Die größte Differenz liegt darin, dass wir beim Forward nur auf zwei Parteien ohne Clearingstelle schauen. Im direkten Vergleich ist der Forward als etwas risikoreicher als der Forward, wenn man sich nur diesen Parameter anschaut. Das Risiko liegt daran, dass sobald einer der Parteien seine Pflicht nicht erfüllt oder erfüllen kann – das Geschäft nicht mehr ausgeführt wird. Dies ist zumindest bei Futures anders, da die Clearingstelle das Geschäft absichert. Die Clearingstelle verdient Geld durch die Spanne zwischen Angebot- und Nachfragepreis, der sogenannte Spread – des Weiteren natürlich auch an gesonderten Gebühren. Es werden zwar mehr Futures als Forwards am Markt gehandelt, allerdings ist es in der Praxis klar umgedreht – die Landwirtschaft handelt vorwiegend mit Forwards und weniger mit Futures.

Future und Forwards in der Praxis

Ein Landwirt möchte in drei Tagen 50t A-Weizen verkaufen. Er ruft den Landhändler oder Verarbeiter an und es wird ein Preis verhandelt. Nun hat der Landhändler folgende Möglichkeit, er legt mit dem Landwirt den Preis fest und sichert sich am gleichen Tag mit einem Future ab – Geld verdienen kann er über eine Gebühr mit einem Fixbetrag. So verliert der Landhändler das Risiko, das sich der Preis zwischen heute und des Lieferdatums zu einem Verlust verändert. Hier wird das Risiko zwar gesenkt, jedoch gibt es auch weiterhin ein natürliches Risiko – zwischen dem Future- und dem Forward-Preis, liegt die „Basis“ (Basiswert), dieser beinhaltet Lagerung, Fracht, Schwund und co. Diese Basis ändert sich täglich und mit jedem Geschäft. Da sich der Landhändler aber nur mit einem Future absichert, wird das Risiko zwar reduziert, aber nicht vollständig eliminiert. Übrigens wird der Future gern auch „Underlying“, oder unterliegender Preis genannt.

Optionen – Was ist das?

Eine Option bezeichnet in der Wirtschaft ein Recht, eine bestimmte Sache zu einem späteren Zeitpunkt zu einem vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Future Options werden in Call und Put Optionen untergliedert. Optionen werden auch als bedingte Termingeschäfte bezeichnet und gehören damit zur Gruppe der Derivate. Bei amerikanischen Optionen ist es möglich, die Option zu jedem Zeitpunkt auszuüben, dass geht bei den europäischen nicht. Die amerikanischen Optionen sind flexibler, können also auch bereits vor dem Verfallsdatum ausgeübt werden. Optionen ausüben erstmal erklären.

Jedoch hat die Option im Vergleich einige Vorteile und bringt dennoch ein hohes Risiko mit. Hier ein Vorteil für die Praxis:

Nehmen wir an einen Landwirt hatte ein solides Geschäftsjahr und hat durch ein mittelmäßiges Preisniveau so gut wie seine komplette Ernte verkauft. Es ist Mitte November, der Landwirt beobachtet den Preis an der Börse und sieht, dass der Preis weiter steigt, zum Beispiel über eine Prognose von Agripreis. Sollte der Preis um 15€ steigen und der Landwirt kann kein Weizen verkaufen, würde er zuschauen, wie der entgangene Gewinn immer größer wird (das ist üblich beim Handeln von Finanzprodukten, sollte aber mit geringer Emotion getätigt und verfolgt werden). Nun hat der Landwirt noch eine Chance – er kann eine Call-Option kaufen und ist an einem Preis anstieg ggf. mit beteiligt, obwohl er kein Weizen physisch besitzt. Übrigens zählen Future Optionen zu den Derivaten im Finanzproduktbereich und zählen zu den riskantesten Finanzprodukten. 2 In einer Kombination mit einem Matif Weizen Future bzw. das Lagern des Weizens und Future Optionen, ist es möglich das Risiko der Preisschwankung zum Großteil zu eliminieren und man zahlt dafür nur eine geringe Gebühr – Wenn derzeit zum Beispiel Weizen im Silo gelagert ist und der Besitzer erwirbt zusätzlich eine Put-Option, steigt bei fallenden Preisen der Wert der Option und der Wert des Weizens im Silo fällt, durch die Put Option wird der Verlust minimiert. Die Gebühr der Option geht an den Herausgeber der Option oder der Clearingstelle, es können aber auch HedgeFonds Option herausgeben. Ein weiterer Vorteil einer Option ist im Vergleich zu einem Future ist die Kostenstruktur – beim Handeln von Futures muss oft bei der Clearingstelle (Broker) eine Marge von ca. 10% gezahlt werden. Option haben keine Marge, dafür aber ein höheres Risiko, da die Volatilität des Wertes eine andere Dynamik besitzt. Kurzer Tipp: Sollte das für Sie sehr komplex erscheinen, sofort alles zu verkaufen ist auch eine Preisabsicherung nach unten.

Welche Möglichkeiten hat die Landwirtschaft?

Prinzipiell werden Vorteile bei der Vermarktung größer, desto mehr Lagerkapazitäten ein Landwirt hat.  Bei sehr hohen Preisen kann der eingelagerte Weizen verkauft und bei günstigen Preisen kann weiterer Weizen eingelagert werden. Der Nachteile sind Lagerung, Fracht, Schwund und Co., welche die Kosten dieser Strategie etwas verkomplizieren können. Unabhängig von der Lagerung können für diese Strategie auch Optionen genutzt werden. Bei der Bewertung der Option kommt es signifikant auf die implizierte Volatilität an, das heißt auf die vergangene Preisschwankung an. Je größer die Schwankungen in der kürzeren Vergangenheit waren, desto teurer wird es eine Option zu erwerben. Option haben neben der Standard Abweichung (Volatilität) einen sogenannten Strike Price, das ist der Preis, bis wo der Halter dieser Option seinen preis absichert. Wenn der Weizen Preis beispielsweise bei 200 Euro pro Tonne liegt, wäre ein Strike Preis von 190€ denkbar, quasi eine Absicherung zwischen 200 und 190. Fällt der Preis unter 190 Euro, wird kein Wert mehr dazu gewonnen – dafür hätte der Halter der Option einen Strike Preis von 180 oder 175 wählen sollen. Eine Option sichert in der Regel einen Future ab. Zu empfehlen sind amerikanische Optionen, diese können jederzeit ausgeübt werden und bieten genug Flexibilität. In der Regel sind Call Optionen teurer als Put-Option – dies liegt oft an der vergangene Preisperformance des Futures, je länger etwas konstant steigt desto unwahrscheinlicher ist ein Konstantes fallen, d.h. die Call Option steigert den Wert bei steigenden Kursen und bei der Put Option wird der Wert größer je stärker der Preis fällt. Aus der Sicht des Börsenhändlers sind Optionen mit sehr hohem Risiko verbunden, dabei nutzen mehr Amerikaner als Europäer dieses Finanzprodukt.