Preisprognosen durch Agripreis

Weizenhandel

Ganz allgemein beschreibt der Begriff Weizenhandel die Geldanlage in Agrarprodukte. Dabei findet der Weizenhandel hauptsächlich an den regionalem Kassamarkt und an der Terminbörse statt. Die Notierungen am Kassa-Markt, beziehen sich auf die sofortige Auslieferung des Rohstoffes. Sofort meint in diesen Zusammenhang (in Deutschland) eine Frist von maximal zwei Börsentagen.

Es stellt sich die Frage wie große ist die Preisdifferenz von regionalem Kassamarkt zum Terminhandel an der Börse, diese Differenz wird auch als Basis bezeichnet. Die Basis wird bestimmt von den Transportkosten sowie von der Kaufneigung der Händler und Verarbeiter. Bei der Basis gibt es starke regionale Unterschiede. Je weiter ein Standort von einem Hafen oder großen Verbraucherregionen entfernt ist, desto höher sind die Transportkosten und desto weiter ist die Basis voneinander entfernt. In den entfernten Regionen kommen Marktveränderungen – vor allem Preissteigerungen, mit deutlicher Verspätung an, während in den hafennahen Gebieten viele kurzfristige Preisschwankungen mitgenommen werden. Kurzfristige Preisspitzen gehen so den hafenfernen Gebieten in der Regel verloren.

Bei einer weiten Basis ist die Differenz zwischen Kassamarkt und Börse als groß zu beurteilen. Das bedeutet, dass Händler und Verarbeiter gut mit Ware versorgt sind. Die Basis wird als eng bezeichnet, wenn die Differenz zwischen Kassamarkt und Börse sehr gering ist oder am Kassamarkt sogar ein Aufschlag auf die Matif gezahlt wird. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass Händler und Verarbeiter eher knapp mit Ware versorgt sind.

 Future Handel

Futures-Märkte basieren definitionsgemäß auf dem zukünftigen Preis einer Ware. Zu analysieren, wo sich der zukünftige Preis eines Rohstoffs bewegt, ist das Thema des Futures-Handels. Da Futures-Kontrakte während des gesamten Jahres für verschiedene Monate verfügbar sind, ändert sich der Preis der Kontrakte von Monat zu Monat.

Der Grundgedanke des Future Handels liegt in der Absicherung von Rohstoffen. Es soll eine bestimmte festgelegte Anzahl einer Ware von einer bestimmten Qualität zu einem bestimmten Zeitpunkt gekauft oder verkauft werden. Erwirbt ein professioneller Händler beispielsweise einen „März 2020“ Kontrakt auf Weizen, so sichert er sich das Recht auf eine Lieferung der erworbenen Menge Weizen, der Lieferzeitpunkt ist dementsprechend Ende März. Diese Seite des Rohstoffhandels, welche eine physische Lieferung vorsieht, ist jedoch nur für industrielle Abnehmer.

Spekulanten und Anleger sind im Unterschied hierzu lediglich an den Preisveränderungen von Weizen interessiert und müssen daher endfällige Kontrakte verkaufen und in den nächsten Kontrakt „rollen“. Jeder Future ist über eine bestimmte Laufzeit begrenzt. Sie müssen also, solange Sie investiert sein möchten, Ihren aktuellen Kontrakt schließen und eine Position in einem weiterlaufenden Future eröffnen. Diese Prozedur nennt sich „Rollen“. Läuft ein Kontrakt aus und Sie sind noch investiert, riskieren Sie den hinterlegten Basiswert des Futures physisch zu kaufen. Grundlegend sind Kontrakte in der Zukunft teurer, durch unterschiedliche Unsicherheiten und Lagerkosten, die sich daraus schließen.

Hält ein Investor zum Beispiel einen oder mehrere Weizen-Kontrakte (long positioniert), sollte er diese unbedingt vor Fälligkeit verkaufen und den Saldo seines Kontos damit quasi auf Null bringen. Umgekehrt verhält es sich, wenn der Anleger Weizen-Kontrakte verkauft hat (short positioniert). Diese muss er spätestens am letzten Handelstag des Kontrakts zurückkaufen, um nicht in die Verlegenheit der Lieferverpflichtung zu geraten. Zu beachten ist, dass alle Warenterminbörsen eine so genannte Dienstleistungsgebühr verlangen, die zwar nicht übermäßig hoch ist, aber bei den Berechnungen dennoch berücksichtigt werden sollte.

Futures Contango

Contango bezeichnet eine Situation bei Warentermingeschäften, in der die Preise eines Terminkontraktes auf einen Basiswert wie zum Beispiel ein Rohstoff über dem aktuellen Kassakurs liegen. Das bedeutet, je ferner in der Zukunft ein Liefertermin vereinbart wurde, desto höher ist grundlegend der Preis für die Ware. Wenn der Frontmonat also, höher gehandelt wird als der aktuelle Monat, wird diese Marktbedingung als Contango bezeichnetDer Markt befindet sich ebenfalls im Contango, wenn der Preis des Frontmonats höher ist als der Kassamarkt und auch wenn die Lieferverspätungsmonate höher sind als die der Liefermonate.

Grund für einen Contango, können produzierende Unternehmen sein, die mit Futures planbare Preise für die Zukunft festlegen. Basierend auf Ihrer Fertigungsplanung können sie sich bereits heute Rohstoffe zu einem festen Pries in der Zukunft sichern. Wenn auch die Unternehmen von steigenden Rohstoffpreisen ausgehen, ist es nur folgerichtig, dass sie auch einen Future mit einem höheren Preis als dem aktuellen Kassakurs zu akzeptieren bereit sind und daher auch die Nachfrage steigt.

Bei einer Contango-Bremse setzt ein Anleger auf steigende Preise, es muss also der künftige Kassapreis bei jedem Rollen wesentlich stärker zulegen, damit der Rollverlust ausgeglichen werden kann. Wenn nicht, schwinden die möglichen Gewinne auf und man läuft in die sogenannte Contango-Falle.

Futures Backwardation

Werden an einer Terminbörse niedrigere Preise für Futures mit einer längeren Laufzeit notiert als für solche mit kürzerer Laufzeit, so befindet sich ein Markt in Backwardation. Ein Rohstoff mit einer Lieferung in fernerer Zukunft ist also billiger zu haben, als wenn er direkt in der Kasse oder in naher Zukunft gekauft wird. Der Begriff Backwardation kann deshalb auch mit „Kursabschlag“ übersetzt werden. Die Futures-Kurve zeigt daher typischerweise eine Abwärtsneigung, da die Terminkontrakte bei einem niedrigeren Preisniveau gehandelt werden und somit die Nachfrage gesteigert wird. Bei der Backwardation werden regelmäßig Rollgewinne von Spekulanten erzielt. Die erhöhte Nachfrage ist ein wichtiger Grund für Backwardation. Wenn die Nachfrage im physischen Markt größer ist als in der Zukunft, bedeutet das eine signifikante Anzahl an Käufern den Rohstoff sofort benötigen und nicht erst in den nächsten Wochen oder Monaten. Wenn ein Backwardation-Markt vorliegt, ist das ein Zeichen für einen Bärenmarkt, da die Händler langfristig mit sinkenden Preisen rechnen.

Zum Beispiel wurden beim Getreidehandel in den letzten Jahren aufgrund von Dürren oder Stürmen immer wieder stark nach den Rohstoff nachgefragt. Die Ernten fielen unterdurchschnittlich aus und aus diesem Grund versuchen sich Käufer mit Getreide einzudecken und treiben somit den Kassapreis in die Höhe.

Quellenverzeichnis

https://www.boerse.de/grundlagen/rohstoffe/Backwardation-34
https://www.gevestor.de/details/darauf-kommt-es-bei-rohstoff-investments-an-761382.html
https://www.cmegroup.com/de/education/learn-about-trading/courses/introduction-to-base-metals/what-is-contango-and-backwardation.html#:~:text=Contango%20und%20Backwardation%20sind%20Begriffe,bei%20Backwardation%20unter%20dem%20Kassapreis
https://optionalpha.com/
https://www.godmode-trader.de/blogpost/contango-bei-getreidesorten,3509482#
https://www.agrarheute.com/management/finanzen/weizen-verkaufen-5-schritte-fuer-gute-vermarktung-445641
https://www.metaller.de/handel-mit-rohstoffen-weizen-warum-sollte-man-in-weizen-investieren/
https://trading-treff.de/
https://www.deltavalue.de/contango